The Suffering
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KILLERSPIELFREIE SCHULEN
Depression - oder wie denke ich nach? EmptySa Sep 26, 2009 2:53 pm von suffer
Der Amoklauf am Ansbacher Carolinum Gymnasium erschütterte die Nation. Es gab glücklicherweise keine Toten, doch die seelischen Wunden der Verletzten werden noch lange brauchen, um zu heilen. Derweil betreibt man Ursachenforschung an allen Ecken und Enden und bietet "Lösungen" an.
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Hacker-Armee ein Hoax?
Depression - oder wie denke ich nach? EmptySa Sep 26, 2009 2:52 pm von suffer
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Nach Berichten der Zeitung Sunday Express wurden entsprechende, schon länger existierende Pläne der britischen Regierung kürzlich in …

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Counter-Strike von der US Army entwickelt?
Depression - oder wie denke ich nach? EmptySa Sep 26, 2009 2:51 pm von suffer
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FDP spammt Wahlwerbung
Depression - oder wie denke ich nach? EmptySa Sep 26, 2009 2:50 pm von suffer
Die FDP lässt offensichtlich Spam-Emails mit Wahlwerbung verschicken.
Netzpolitik.org berichtet von E-Mails, die von der Mailadresse "fdp@news-lifestyle.de" mit dem Namen "Guido Westerwelle" als HTML-Newsletter verschickt werden. Darin befinden sich Links, die über diese Adresse auf das Wahlkampfportal freiheit.fdp.de weitergeleitet werden.
Die E-mails werden verschickt von …

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Piratenpartei Opfer von Zensur?
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Der Zensur-Streit zwischen der Piratenpartei und dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag schlägt hohe Wellen. Wir haben mit den Beteiligten gesprochen.
In einer gemeinsamen Pressemeldung haben die Piratenpartei und die Freien Wähler dem Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag vorgeworfen, mit einer "Stallorder" die Berichterstattung über die beiden Parteien einzuschränken. …

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 Depression - oder wie denke ich nach?

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BeitragThema: Depression - oder wie denke ich nach?   Depression - oder wie denke ich nach? EmptyFr Jul 25, 2008 4:55 pm

1.) Depression - die unterschätzte Krankheit

Depressive Störungen gehören zu den häufigsten und hinsichtlich ihrer Schwere am meisten unterschätzten Erkrankungen.

Die Depression ist eine der größten Volkskrankheiten. Dies wurde sehr eindrücklich durch eine neuere, weltweit durchgeführte Studie der WHO ("Global burden of disease", Lopez und Murray, 1996) bestätigt. Die Bedeutung der verschiedenen Volkskrankheiten wurde mit einem Indikator ermittelt, der die Erkrankungsjahre pro Bevölkerung berücksichtigt, gewichtet mit der Schwere der Beeinträchtigung durch die jeweilige Erkrankung. In den entwickelten Ländern steht hier mit deutlichem Abstand die unipolare Depression an erster Stelle, mit weitem Abstand vor allen anderen körperlichen und psychiatrischen Volkskrankheiten. Hochrechnungen haben zudem eine in den nächsten Jahren weiter zunehmende Bedeutung der Depression ergeben.

Wird zusätzlich der Verlust an Lebensjahren durch vorzeitiges Versterben mit berücksichtigt, so stehen kardiovaskuläre Erkrankungen (Herzinfarkt) an erster Stelle, die unipolare Depression jedoch bereits wieder an zweiter Stelle in der Rangliste der wichtigsten Volkskrankheiten.

Diese in ihrer Deutlichkeit für viele überraschenden Ergebnisse waren für die WHO Anlass, Aktionsprogramme auf nationaler Ebene zur Bekämpfung depressiver Erkrankungen zu fordern.

Wodurch ergibt sich diese große Bedeutung der Depression?

* Depressionen sind häufige Erkrankungen. Derzeit sind schätzungsweise 5% der Bevölkerung in Deutschland an einer
behandlungsbedürftigen Depression erkrankt. Depressionen verlaufen meist in Form von Krankheitsphasen (Episoden), die Wochen bis
Monate, manchmal auch Jahre anhalten können, die, vor allem wenn sie unbehandelt bleiben, rezidivierend sind, d.h. erneut auftreten
können und die in manchen Fällen auch einen chronischen Verlauf nehmen können.

* Depressionen gehen wie kaum eine andere Erkrankung mit hohem Leidensdruck einher, da diese Erkrankung ins Zentrum des
Wohlbefindens und der Lebensqualität zielt. Von einer Patientin wurde dies in folgende Worte gefasst: "Während meiner schweren
körperlichen Erkrankungen wollte ich Hilfe und hatte Hoffnung, während der Depression wollte ich nur mehr sterben."

* Nicht nur vom subjektiven Erleben her, sondern auch objektiv gesehen ist die Depression eine schwere, oft lebensbedrohliche
Erkrankung. Hier ist die Gefahr der Suizidversuche und der Suizide zu nennen. Fast alle Patienten mit schweren Depressionen haben
zumindest Suizidgedanken. In der Gruppe von Patienten mit schweren depressiven Störungen liegt die Lebenszeit-Suizidalität bei
erschreckenden 15%. Zirka die Hälfte der Patienten mit depressiven Störungen begehen in ihrem Leben einen Suizidversuch.
Umgekehrt
besteht bei der Mehrheit der Patienten, die Suizide begehen, ein depressives Syndrom. Depression und Suizidalität sind also sich
überlappende Bereiche.

* Auch unabhängig von der Suizidalität kann z.B. bei älteren Menschen die Depression durch Rückzugsneigung ins Bett, durch
Appetitlosigkeit, zu geringe Flüssigkeitsaufnahme sehr rasch zu lebensbedrohlichen Zuständen führen. Auch ist sehr gut belegt, dass
der Verlauf vieler anderer Erkrankungen wie z. B. Diabetes mellitus oder der Zustand nach Herzinfarkt äußerst negativ beeinflusst
wird, wenn gleichzeitig eine unbehandelte Depression vorliegt.

Eine häufiger Grund für die Unterschätzung der Depression liegt darin, dass wir umgangssprachlich schon von Depressionen sprechen, wenn lediglich die Stimmung etwas gedrückt ist. Eine depressive Erkrankung besteht jedoch nicht, wenn lediglich eine gedrückte Stimmung oder Traurigkeit vorliegt, sondern es müssen weitere Symptome der Depression hinzukommen.
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BeitragThema: Re: Depression - oder wie denke ich nach?   Depression - oder wie denke ich nach? EmptyFr Jul 25, 2008 4:59 pm

2.) Krankheitsbild der Depression

Niedergeschlagenheit als Alltagsphänomen

Die Stimmung der meisten Menschen wechselt. Sie reagieren alltäglich auf freudige und traurige Ereignisse mit den entsprechenden Gefühlen. Heiterkeit und Traurigkeit lösen sich dabei in raschem Wechsel ab.

Bei starken oder gehäuften negativen Erlebnissen kann eine gedrückte Stimmung auch über einige Tage anhalten, bis wieder eine neue Befindlichkeit einsetzt. So ist die Traurigkeit nach dem Tod eines geliebten Menschen eine verständliche Reaktion. In der "Trauerarbeit" bewältigen die Leidtragenden die Trennung, um sich dann wieder dem Leben zuzuwenden. In diesem Sinne gehört der Wechsel von gedrückten Stimmungen, Ausgeglichenheit und gehobenen Stimmungen zum Gefühlsspektrum eines jeden Menschen. Diese alltäglichen Stimmungsschwankungen sind jedoch fast immer klar von depressiven Erkrankungen zu unterscheiden.

Depression als Krankheit


Im Unterschied zu normalpsychologischen Befindlichkeitsstörungen ist die Depression eine ernstzunehmende medizinische Erkrankung. Depressionen werden oft unterschätzt und - wie überspitzt formuliert worden ist - zwischen Schnupfen und Einbildung angesiedelt. In Wirklichkeit aber handelt es sich um eine lebensgefährliche Krankheit, die wie keine andere in fundamentaler Weise die Lebensqualität der betroffenen Menschen beeinträchtigt. Folgende Punkte erlauben in den meisten Fällen eine sichere Abgrenzung der depressiven Erkrankung von alltäglichen Befindlichkeitsstörungen:

* Die Stimmung hellt sich auch durch erfreuliche Ereignisse nicht auf ("Affektstarre").
* Unbegründete und übertriebene Schuldgefühle sowie Selbstvorwürfe stellen sich ein.
* Der depressive Patient erlebt nicht das Gefühl der Traurigkeit, sondern ein ihm fremdes Gefühl der inneren Versteinerung ("Gefühl der
Gefühllosigkeit"), meist verbunden mit dem Unvermögen zu weinen.
* Schlafstörungen mit Erwachen in den frühen Morgenstunden und Tagesschwankungen, meist mit Stimmungsaufhellung am Abend sind
häufig.
* Manchmal entwickelt der depressive Patient die feste Überzeugung, sich schwer an den Mitmenschen verschuldet zu haben
("Schuldwahn"), sich und die Familie in den finanziellen Ruin getrieben zu haben ("Verarmungswahn") oder unheilbar erkrankt zu sein
("hypochondrischer Wahn").
* Es gibt frühere depressive Episoden und depressive Erkrankungen in der Verwandtschaft.

Weil jeder Mensch bereits Erfahrungen mit normaler Niedergeschlagenheit hat, ist es oft schwer, die Depression als eigenständiges Krankheitsbild zu erkennen. Dies gilt für Betroffene wie für Ärzte. Noch immer werden über 50% der depressiven Erkrankungen nicht diagnostiziert bzw. unzureichend behandelt.

"Wenn wir uns den Knöchel verstauchen oder der Blutdruck erhöht ist, so können wir das objektiv, wie von außen als Erkrankung erkennen, weil unser Erleben und Denken selbst hiervon nicht unmittelbar betroffen wird.Bei der Depression aber kommt es zu Störungen in Gehirnbereichen, die unmittelbar das Denken und Fühlen beeinflussen.Gegenüber diesen Veränderungen des eigenen Erlebens können wir dann nur schwer eine objektive Haltung einnehmen und sie als Zeichen einer Erkrankung erkennen."


Formen der Depression

Depressive Erkrankungen verlaufen meist in Phasen, die über mehrere Monate, bei einigen Patienten auch über Jahre anhalten können.

* Depressive Episode: Die meisten Menschen, die an einer Depression erkranken, erleiden in ihrem Leben mehr als eine depressive
Episode. Derartige Episoden dauern unter Umständen Wochen, manchmal auch Monate, insbesondere dann, wenn die Patienten nicht
konsequent behandelt werden. Treten nur depressive Episoden auf, so spricht man von einer unipolaren Depression. Diese wird in eine l
eichte, mittlere und schwere Form unterteilt.
* Bipolare affektive Störung: Manche Patienten erleiden nicht nur depressive, sondern auch manische Episoden. Manische Episoden
sind gekennzeichnet durch einen unbändigen Tatendrang, meist gehobene Stimmung, fehlendes Schlafbedürfnis, Größenideen, häufig auch
durch Kaufrausch. In diesen Fällen spricht man von einer bipolaren affektiven Störung. Bei Patienten mit dieser Erkrankung treten neben
depressiven Episoden auch Manien mit gesteigertem Antrieb und gehobener Stimmung auf.
* Dysthymie: Manche Patienten leiden an einer meist leichter ausgeprägten, aber dafür chronisch verlaufenden Form der Depression,
genannt Dysthymie. Hierbei handelt es sich um eine meist im jungen Erwachsenenalter beginnende, eher chronisch verlaufende
Depression.

Depressive Episoden im Rahmen unipolarer und bipolarer affektiver Störungen sowie Dysthymie gehören zu den wichtigsten Depressions-Diagnosen. Depressive Erkrankungen können jedoch auch im Rahmen körperlicher Erkrankungen, z. B. von Schilddrüsenfunktionsstörungen, oder in Verbindung mit bestimmten Medikamenten, z.B. hochdosierter Cortisonbehandlung, auftreten.
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BeitragThema: Re: Depression - oder wie denke ich nach?   Depression - oder wie denke ich nach? EmptyFr Jul 25, 2008 5:05 pm

3.) Symptome der Depression

Bei depressiven Menschen können wir sowohl körperliche Veränderungen als auch Veränderungen des Verhaltens und Erlebens beobachten. Die Depression erfasst alle drei Bereiche.

Verändertes Erleben:
Die Patienten berichten über verändertes Erleben. Gefühle der Hoffnungslosigkeit dominieren: Hilflosigkeit, innere Leere, Schuld und Angst, Verzweiflung und Trauer, aber auch die Unfähigkeit, überhaupt noch Gefühle empfinden zu können ("Ich bin wie versteinert"). Negative Denkmuster herrschen vor. Depressiv Erkrankte entwickeln in vielen Fällen eine pessimistische Einstellung gegenüber sich selbst, den eigenen Fähigkeiten, dem eigenen Aussehen und der Zukunft, verbunden mit starker Grübelneigung. Permanente Selbstkritik, Konzentrationsprobleme und Suizidgedanken sind häufig. Manche Patienten entwickeln auch Wahnvorstellungen, z.B. die Überzeugung unheilbar erkrankt zu sein, oder sich und die Familie finanziell ruiniert zu haben. Die Betroffenen sind nur schwer davon zu überzeugen, dass sie eine Krankheitsepisode durchleben, die in den meisten Fällen gut zu behandeln ist.


"Der psychisch Kranke wird in unserer Gesellschaft noch immer anders gesehen als der körperlich Kranke. Symptome einer psychischen Erkrankung sind für viele schwer verständlich, werden abgelehnt, als schuldhaft interpretiert oder sogar als gefährlich angesehen."

Verändertes Verhalten: Die Patienten vermeiden soziale Kontakte, stellen Hobbys ein, können ihre Arbeit nicht mehr bewältigen und ziehen sich ins Bett zurück. Die Mimik und Gestik ist bei vielen Patienten wie erstarrt, die Stimme leise und monoton. Einige Patienten laufen rastlos, verzweifelt und wie getrieben hin und her (agitierte Depression).

"Die Depression ist wie ein bleierner Mantel, der sich über Körper und Geist legt."

Körperliche Beschwerden: Schlaflosigkeit mit Früherwachen, Appetitstörung mit Gewichtsverlust, Libidoverlust, schnelle Ermüdung und multiple körperliche Beschwerden gehören zu den vielfältigen somatischen Begleiterscheinungen einer depressiven Störung
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BeitragThema: Re: Depression - oder wie denke ich nach?   Depression - oder wie denke ich nach? EmptyFr Jul 25, 2008 5:07 pm

4.) Diagnose der Depression

Depressive Erkrankungen gehen mit Krankheitsanzeichen einher, die sich von normaler Niedergeschlagenheit meist klar abgrenzen lassen. Da die Symptome der Depression aber in unterschiedlicher Zusammensetzung, Dauer, Intensität und Periodik auftreten, ist es für den Arzt nicht immer leicht, eine "Depression" als behandlungsbedürftige Krankheit ohne gezieltes Nachfragen sofort zu diagnostizieren.

Zudem klagen die Patienten meist nicht über depressive Verstimmung, sondern über körperliche Beschwerden. So verlangen depressive Patienten beim Hausarzt z.B. oft nur nach Kopfweh- oder Schlafmitteln. Nach einer Studie der Universität Mainz befürchten außerdem 80% der depressiv erkrankten Menschen durch das bekannt werden einer psychischen Krankheit nachteilige Folgen für ihr Berufs- und Privatleben. Über die Hälfte aller Depressionen bleiben daher trotz Arztbesuch unerkannt. Das Kompetenznetz "Depression" will deshalb geeignete Diagnoseverfahren etablieren und insbesondere die Hausärzte in Qualitätszirkeln u.a. mit Hilfe neuer Medien (Lehrvideos) für das Krankheitsbild Depression sensibilisieren.

"Die allermeisten Menschen mit depressiven Störungen wenden sich zuerst an den niedergelassenen Hausarzt und nicht an den Facharzt (Psychiater). Es ist daher von größter Wichtigkeit, gerade den Blick der Hausärzte für diese oft versteckte Krankheit zu schärfen."


Ein sowohl international als auch in Deutschland gebräuchliches Diagnosesystem ist die sogenannte ICD 10 (International Classification of Disorders). Dabei werden systematisch in Abhängigkeit von Anzahl, Dauer und Schwere des Auftretens der Symptome verschiedene Arten der depressiven Erkrankungen unterschieden, siehe Formen der Depression.

Die depressiven Episoden können Wochen, Monate und unbehandelt manchmal auch Jahre anhalten. Gerade bei lang dauernden Phasen besteht die große Gefahr, dass sich ein fatalistischer Gewöhnungsprozess bei den Angehörigen und auch dem Patienten selbst einstellt und die Beschwerden nicht als Ausdruck einer Erkrankung, sondern der Persönlichkeit oder der Lebensumstände des Patienten angesehen werden.
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BeitragThema: Re: Depression - oder wie denke ich nach?   Depression - oder wie denke ich nach? EmptyFr Jul 25, 2008 5:09 pm

5.) Die grundlegenden Therapieformen:

Psychotherapie und Pharmakotherapie

"Bei einem depressiven Menschen sind immer sowohl die Physiologie als auch das Verhalten und Erleben verändert. Dies sind nur zwei Seiten einer Medaille. Es ist deshalb naheliegend, sowohl mit Medikamenten als auch mit Psychotherapie zu behandeln."

Die wichtigsten Säulen der Behandlung sind die Pharmakotherapie (Medikamentenbehandlung) mit Antidepressiva und die Psychotherapie. Handelte es sich in den achtziger Jahren bei dieser Alternative noch um eine Art Glaubensfrage, so wird heute im Dienste des Patienten sachlich diskutiert und geforscht. Die früher gebräuchliche Einteilung in entweder psychogene/reaktive oder endogene Depressionen ist in der Psychiatrie verlassen worden. Die Pharmakotherapie gilt inzwischen als unverzichtbares und wirksames Heilverfahren. Aber auch psychotherapeutische Verfahren wie z.B. die kognitive Verhaltenstherapie haben ihren festen Platz bei der Behandlung der Depression. Wenn möglich, werden beide Therapieformen kombiniert.
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BeitragThema: Re: Depression - oder wie denke ich nach?   Depression - oder wie denke ich nach? EmptyFr Jul 25, 2008 5:10 pm

6.) Ratschläge für Angehörige

Die Krankheit Depression kann einen Menschen völlig verändern. So ist es zum Beispiel möglich, dass Ihr früher lebenslustiger Partner auf einmal schwunglos wird, an Schuldgefühlen, innerer Leere und Hoffnungslosigkeit leidet. In ihrer Hilflosigkeit gegenüber der Depression entwickeln Angehörige oft selbst Schuldgefühle oder gar Ärger über die Erkrankten. Hält die depressive Phase länger an, können sich auch bei den Angehörigen Überlastung und Erschöpfung einstellen, weil sie dem Patienten eine Vielzahl alltäglicher Aufgaben abnehmen müssen.

Die folgenden Ratschläge gelten insbesondere für Angehörige von schwer Depressiven.

1. Akzeptieren Sie die Depression als Erkrankung!

Depressionen sind ernstzunehmende Erkrankungen wie andere Erkrankungen auch. Sie beeinträchtigen nicht nur die Stimmung, sondern das gesamte Erleben und Verhalten des Erkrankten. So werden fast immer auch der Schlaf, der Appetit und die Sexualität beeinträchtigt. Als Ursache hierfür werden u.a. Veränderungen in den Botenstoffen zwischen den Nervenzellen im Gehirn diskutiert.

2. Ziehen Sie den Arzt zu Rate!

Wie bei allen schweren Krankheiten sollten Sie so schnell wie möglich ärztlichen Rat einholen. Ergreifen Sie die Initiative und vereinbaren Sie für den Kranken einen Arzttermin. Da depressive Menschen häufig die Schuld für ihr Befinden bei sich selbst suchen und nicht an eine Erkrankung denken, halten sie einen Arztbesuch oft nicht für nötig. Weil Hoffnungslosigkeit zur Depression gehört wie Schnupfen zur Grippe, glauben viele Depressive auch nicht, dass ihnen überhaupt geholfen werden kann. Auch fehlt vielen Depressiven die Kraft, sich zu einem Arztbesuch aufzuraffen. Daher ist die Unterstützung der Angehörigen beim Gang zum Arzt oft sehr wichtig.

3. Bleiben Sie geduldig!

Viele Depressive äußern Klagen und Verzweiflung, oft ziehen sie sich auch von ihrer Umwelt zurück. Zeigen Sie Geduld mit dem Patienten; erinnern Sie ihn stets daran, dass die Depression eine Erkrankung ist, die vorübergeht und sich gut behandeln lässt. Versuchen Sie nicht, den Erkrankten von der Grundlosigkeit seiner Schuldgefühle zu überzeugen. Lassen Sie sich nicht auf Streit darüber ein, ob seine negative Sichtweise "objektiv" gerechtfertigt sei oder nicht. Beides wird keinen Erfolg bringen.
Tun Sie die körperlichen Missempfindungen und Krankheitsängste des Depressiven nicht als übertrieben oder "nur psychisch bedingt" ab, denn depressive Menschen dramatisieren ihr Erleben nicht. Es ist die Depression, die auch leichte Schmerzen oder Missempfindungen ins kaum Erträgliche steigert.
Wenden Sie sich nicht von Ihrem erkrankten Angehörigen ab, auch wenn er Ihnen noch so abweisend erscheint.

4. Überfordern Sie sich nicht!

Ist ein Patient über Monate hinweg depressiv, belastet die Krankheit sicher auch Sie als Angehörigen. Deshalb ist es wichtig, dass Sie die Grenzen Ihrer Belastbarkeit kennen und Ihre eigenen Interessen nicht aus den Augen verlieren. Tun Sie sich öfter etwas Gutes, pflegen Sie die Kontakte im Freundeskreis. Bauen Sie zu Ihrer Unterstützung ein Netzwerk von Freunden und Bekannten auf oder organisieren Sie sich auf andere Weise Hilfe.

5. Seien Sie zurückhaltend mit gut gemeinten Ratschlägen!

Es hat keinen Sinn, einem depressiven Menschen zu raten, abzuschalten und für ein paar Tage zu verreisen, denn eine fremde Umgebung verstört den Patienten meist zusätzlich. Raten Sie dem Depressiven auch nicht, "sich zusammenzunehmen" - ein depressiver Mensch kann diese Forderung nicht erfüllen. Dieser Ratschlag verstärkt möglicherweise sogar seine Schuldgefühle. Gleiches gilt für Versuche der Aufmunterung. Dagegen sollten Sie Ihren Angehörigen immer dann unterstützen, wenn er Eigeninitiative zeigt.

6. Treffen Sie keine wichtigen Entscheidungen!

Machen Sie sich immer bewusst, dass Depressive die Realität in vielen Punkten durch die "depressive Brille", das heißt verzerrt sehen und deshalb Entscheidungen treffen können, die sie nach überstandener Krankheit vielleicht ganz anders bewerten. Berücksichtigen Sie dies in allen Angelegenheiten, die die private oder berufliche Zukunft betreffen.
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